Halle (ots) – Planbare Operationen werden wie im Frühjahr verschoben

Halle. Um genügend Betten und Personal für die Behandlung von Covid-19-Patienten bereitstellen zu können, sind die Krankenhäuser Sachsen-Anhalts gezwungen, planbare Eingriffe so wie im Frühjahr zu verschieben. Das ergab eine Umfrage der der in Halle erscheinenden Mitteldeutschen Zeitung (Montag-Ausgabe). Vor allem betrifft das Hüft- und Knieoperationen, „die nicht unmittelbar zu einer Gesundheitsverschlechterung führen“, wie Thomas Moesta, Ärztlicher Direktor des Uniklinikums Halle, der Zeitung sagte. Ähnliches ist aus den Helios-Kliniken in Sangerhausen, Hettstedt und Eisleben (Mansfeld-Südharz) zu hören. Die Asklepios-Klinik in Weißenfels (Burgenlandkreis) beobachtet zudem, dass Patienten vermehrt von sich aus um die Verschiebung derartiger Eingriffe bitten.

„Alle lebenswichtigen und medizinisch dringend erforderlichen Operationen und Behandlungen finden weiterhin statt“, sagte Moesta der MZ. Das gelte, so betonen alle Kliniken, auch für Krebsoperationen. Die Krebsgesellschaft Sachsen-Anhalts spürt indes gerade bei Krebspatienten eine große Unsicherheit. Nach Ansicht von Geschäftsführer Sven Weise ist die Versorgung von Krebspatienten derzeit stark beeinträchtigt. Er hört täglich von verschobenen oder ganz abgesagten Operationen. „Diagnostische Untersuchungen und die Nachsorge sind stark zurückgefahren“, schließt er aus Berichten von Patienten, die sich in ihrer Not an die Krebsgesellschaft wenden. Er schließt daraus: „Die Sterblichkeit durch Krebs könnte steigen.“

„Ob eine Krebsoperation stattfindet, hängt immer von der individuellen Diagnose, dem Status des Tumors und dem Verlauf der Erkrankung ab“, sagt Uniklinik-Chef Moesta. Dringend notwendige Krebsoperationen und die entsprechenden Behandlungen würden in unveränderter Art und Anzahl stattfinden. „Nur in manchen Abteilungen hat sich die Wartezeit verlängert“, fügt er hinzu. Moesta verweist außerdem darauf, dass die Universitätsmedizin Halle darüber hinaus andere Krankenhäuser in Halle und auch im südlichen Sachsen-Anhalt unterstützt und Krebspatienten zusätzlich übernommen hat, wenn die Häuser wegen Corona ihren Normalbetrieb einstellen mussten oder überlastet waren.

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Mitteldeutsche Zeitung
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