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Neue Fortbildungsbezeichnungen geplant: REFA Hessen begrüßt Angleichung beruflicher und akademischer Abschlüsse

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Ist bald Schluss mit den traditionellen Fortbildungsbezeichnungen wie Industriemeister oder Fachwirt? Eine Gesetzesinitiative der Bundesregierung plant deren Abschaffung. Anstelle dessen sollen neue Fortbildungsbezeichnungen wie „Bachelor Professional“ oder „Master Professional“ eingeführt werden. Der Gesamtverband der Arbeitgeberverbände der Metall- und Elektro-Industrie sieht die Planung kritisch, REFA Hessen dagegen hält den Vorstoß durchaus für sinnvoll.

Nach dem Willen der Bundesregierung sollen die bestehenden Fortbildungsbezeichnungen abgeschafft werden. So zumindest hat das Bundeskabinett vor wenigen Tagen mit dem Beschluss des Gesetzes zur Modernisierung des Berufsbildungsgesetzes entschieden. Für die weithin bekannten Bezeichnungen wie Industriemeister oder Fachwirt sollen neue Fortbildungsbezeichnungen eingeführt werden, etwa „Bachelor Professional“ oder „Master Professional“. Allenfalls wenn ein öffentliches Interesse bestehe, das aber nicht genauer definiert ist, könnten die bestehenden Marken erhalten bleiben.

REFA Hessen plädiert für Übergangszeit mit paralleler Verwendung

Alexander Appel, Vorstand von REFA Hessen, einem Traditionsunternehmen, das Aus- und Fortbildungen im Bereich Metall-, Elektrotechnik und Logistik durchführt, hält diese Planung für sinnvoll. „Als Ausbildungsinstitut, das aktuelle fachliche, wirtschaftliche und politische Entwicklungen aufgreift, sehen wir eine Angleichung der beruflichen Bildung an die akademische Bildung als positiv.“ Sie dürften aber nicht zu Irritationen z.B. in den Personalabteilungen führen. „Deshalb“, so Appel weiter, „wäre unser Vorschlag, beide Bezeichnungen auf den Abschlussurkunden zumindest für eine Übergangszeit parallel zu verwenden. Vorstellbar ist beispielsweise, den Titel „Bachelor Professional of Metal Production and Management (Geprüfter Industriemeister Metall)“ aufzudrucken. Damit wäre allen Irritationen vorgebeugt.“

Gesamtverband Metall befürchtet Irritationen

In einer Stellungnahme des Gesamtverbands der Arbeitgeberverbände der Metall- und Elektro-Industrie hatte Hauptgeschäftsführer Oliver Zander dagegen erklärt, dass die Anlehnung der neuen Bezeichnungen an die bestehenden akademischen Abschlüsse Bachelor und Master weder Vorteile bringe, noch dass sie zu der vom Gesetzgeber beabsichtigten Transparenz führe.

Die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung werde zwar begrüßt, doch die sogenannte „Modernisierung“ verursache Unsicherheiten und Missverständnisse – insbesondere bei Personalabteilungen der Unternehmen und nicht zuletzt bei den Beschäftigten. Internationale Bachelor- und Master-Titel, so Zander weiter, würden ausschließlich von hochschulischen Einrichtungen vergeben. Dagegen sei selbst bei vielen Personalchefs der Unternehmen im Ausland sehr genau bekannt, was ein deutscher Industriemeister oder Fachwirt ist – und vor allem, was er könne. Die Forderung des verbands: Die traditionellen Bezeichnungen als Marken müssten „ohne Wenn und Aber“ erhalten bleiben.

Alexander Appel stimmt der Aussage von Zander nur zum Teil zu. „Es ist zwar wichtig, Irritationen zu vermeiden, trotzdem muss man mit der Zeit gehen und sich Veränderungen gegenüber offen zeigen.“

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