Do. Apr 18th, 2024

Menschen mit einer Legasthenie fühlen sich bis heute noch immer ausgegrenzt und missverstanden. Sie werden auf ihre Schwächen reduziert und können ihre Begabungen nur selten ausleben. Der Kurzfilm “I Wonder”, für den Olivia Nigl, Studentin der Hochschule Mainz, das Drehbuch geschrieben und Regie geführt hat, greift dieses Problem sehr eindrucksvoll auf. Olivia Nigl hat selber eine Legasthenie und konnte sich so besonders gut in die emotionale Welt von Menschen mit einer Legasthenie einfühlen.

Vielen Menschen mit einer Legasthenie fällt es schwer, sich offen zu ihren Problemen im Lesen und/oder Rechtschreiben zu bekennen. Die vielen Niederlagen und Diskriminierungen in der Schulzeit, aber auch in der Ausbildung, im Studium oder im Beruf machen es für sie schwer, offen darüber zu sprechen. Würden sie mehr Akzeptanz und Toleranz in der Gesellschaft erfahren, würde ihnen viel Leid erspart bleiben.

Der Kurzfilm “I Wonder” versucht die verschiedenen Facetten im Leben von Menschen mit einer Legasthenie aufzuzeigen, indem er eine Schülerin bis ins Erwachsenenalter begleitet. Als Zuschauer spürt man den seelischen Druck, der auf der Schülerin liegt und der sie auch noch im Erwachsenenalter belastet. Erst als die junge Frau den Mut fasst, vor einem großem Publikum ihr Problem offen anzusprechen, fällt eine große Last von ihren Schultern und sie fühlt sich frei und stark. Unterschiedlich zu sein und unterschiedliche Begabungen zu haben, das steht für die Vielfalt unserer Gesellschaft. Legasthenie gehört zu dieser Vielfalt.

“Wir wünschen, dass es uns gelingt, mit diesem Film die Gesellschaft wach zu rütteln, damit sich Menschen mit einer Legasthenie angenommen fühlen und ihre Potenziale uneingeschränkt entwickeln können. Vielleicht sprechen Bilder mehr als Worte, insbesondere dann, wenn es mit so vielen Emotionen geschieht, wie in diesem Film”, sagt Tanja Scherle, Bundesvorsitzende des BVL.

Mit Unterstützung des BVL wurde das Projekt zusammen mit einem Team von über 50 Studenten, über 100 Statisten und Darstellern, darunter auch Kinder und Jugendliche sowie einigen Profi-Schauspielern realisiert. Der Film wurde von Spektrumfilm koproduziert und, zusätzlich zur finanziellen Förderung des BVL, mit den Geldern der Film und Medien Nachwuchsförderung Rheinland-Pfalz unterstützt. Die Jugendschauspielschule Scaramouche Academy in Wiesbaden unterstützte das Team u.a. bei der Suche nach jungen Darstellern und den erforderlichen Castings. Für die aussagekräftigen Bilder ist DOP Leander Xaver Kupferer verantwortlich. Den großen organisatorischen Aufwand bewältigte Produzentin Kim Müller. Das Bachelorabschluss-Projekt von Olivia Nigl wurde durch Professorin Katja Davar und Professor Olaf Hirschberg betreut.

Der BVL gratuliert allen Beteiligten zu dem beeindruckenden Film und bedankt sich für das große Engagement. Der Film ist jetzt öffentlich und kann über die Homepage des BVL www.bvl-legasthenie.de abgerufen werden.

Weitere Informationen zum Thema Dyskalkulie sind im Internet unter https://www.bvl-legasthenie.de abrufbar.

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Andreas Twinkler

Von prgateway

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