Fast hätten sie Dickfüßer geheißen
Frankfurt am Main / Wiesbaden - Die urzeitlichen Echsen, die heute weltweit als Dinosaurier ("Schreckensechsen") bezeichnet werden, hätten beinahe einen ganz anderen Namen erhalten. Der deutsche Forscher Hermann von Meyer (1801-1869) aus Frankfurt am Main hatte 1830 für die riesenhaften Urweltreptilien den Begriff "Pachypoda" vorgeschlagen, was wörtlich "Dickfüßer" oder "Schwerfüßer" heißt. Diese Bezeichnung wählte er, elf Jahre vor Aufkommen des Begriffs Dinosaurier, in Anlehnung an die Benennung von Elefanten und Nashörnern als Pachydermen (Dickhäuter).
Auf diesen kaum bekannten Umstand weisen die Taschenbücher "Dinosaurier von A bis K" und "Dinosaurier von L bis Z" des Wiesbadener Wissenschaftsautors Ernst Probst hin. Er hat sich unter anderem durch die Bücher "Deutschland in der Urzeit", "Rekorde der Urzeit", "Dinosaurier in Deutschland" (zusammen mit Raymund Windolf), "Raub-Dinosaurier von A bis Z", "Nessie" und "Monstern auf der Spur" einen Namen gemacht.
Hermann von Meyer gilt als der bedeutendste Wirbeltierpaläontologe des 19. Jahrhunderts zumindest in Deutschland, wenn nicht sogar in Europa. Er war beim Deutschen Bundestag in Frankfurt am Main von 1837 an als "Bundeskassen-Controleur" sowie von 1863 an als "Bundescassier" tätig und untersuchte in seiner Freizeit prähistorische Wirbeltiere wie Fische, Amphibien, Reptilien, Vögel und Säugetiere.
Dutzende von Urzeittieren wie der weltberühmte Urvogel "Archaeopteryx" aus Bayern verdanken Hermann von Meyer ihren wissenschaftlichen Namen. Sein Ruf war so gut, daß ihm viele Entdecker ihre zum Teil spektakulären Funde zur Begutachtung vorlegten. So auch der Nürnberger Arzt Johann Friedrich Engelhardt, der 1834 nahe Nürnberg erstmals in Deutschland ein Dinosaurierskelett geborgen hatte. Meyer benannte diesen Fund 1837 "Plateosaurus engelhardti" ("Engelhardts flache Echse"
"Plateosaurus" lebte in der Triaszeit vor mehr als 210 Millionen Jahren. Skelettreste dieser bis zu zehn Meter langen Dinosauriergattung wurden später auch in Baden-Württemberg, Niedersachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt gefunden, was dem Urzeittier den Beinamen "Deutscher Lindwurm" einbrachte.
Den Namen Dinosaurier gab es damals noch nicht, aber auch Meyers Bezeichnung "Pachypoda" hatte sich in der Fachwelt nicht durchgesetzt, zumal sie lediglich in einer Tabelle verwendet worden war. Mehr Glück war dem Paläontologen und ersten Direktor des Britischen Museums für Naturgeschichte in London, Richard Owen (1804-1892), beschieden, der 1841 für die bis dahin bekannten riesenhaften Echsen den Begriff "Dinosauria" vorschlug.
Der wissenschaftliche Name "Dinosauria" (eingedeutscht: Dinosaurier) fand weltweit Anerkennung, obwohl nicht alle damit bezeichneten Urzeittiere den Titel "Schreckensechsen" verdienen. Neben bis zu 40 Meter langen Pflanzenfressern und bis zu 5 Meter hohen Raubdinosauriern gab es auch nur katzengroße "Dinos" wie den Zwergdinosaurier "Compsognathus" aus Bayern. Auch Meyers Name "Dickfüßer" wäre nicht generell richtig gewesen, weil viele Dinosaurier mehrzehige Füße hatten.
Bestellung von "Dinosaurier von A bis K" bei:
http://www.grin.com/de/e-book/160426/dinosaurier- von-a-bis-k
Bestellung von "Dinosaurier von L bis Z" bei:
http://www.grin.com/de/e-book/160426/dinosaurier- von-a-bis-k
Von 1986 bis heute veröffentlichte Ernst Probst rund 200 Bücher, Taschenbücher, Broschüren und E-Books. Er schrieb vor allem populärwissenschaftliche Werke aus den Themenbereichen Paläontologie und Archäologie sowie Biografien über berühmte Frauen und Männer.
Auswahl von Titeln aus der Feder von Ernst Probst:
Paläontologie: Deutschland in der Urzeit, Rekorde der Urzeit (1992), Rekorde der Urzeit. Landschaften, Pflanzen und Tiere (2008), Dinosaurier in Deutschland (1993 zusammen mit Raymund Windolf), Archaeopteryx. Der Urvogel in Bayern, Dinosaurier in Deutschland. Von Compsognathus bis zu Stenopelix (2010), Dinosaurier in Baden-Württemberg, Dinosaurier in Niedersachsen, Dinosaurier von A bis K, Dinosaurier von L bis Z, Raub-Dinosaurier von A bis Z, Deutschland im Eiszeitalter, Der Ur-Rhein, Als Mainz noch nicht am Rhein lag, Der Rhein-Elefant, Krallentiere am Ur-Rhein, Menschenaffen am Ur-Rhein, Säbelzahntiger am Ur-Rhein, Höhlenlöwen, Der Höhlenlöwe, Der Mosbacher Löwe, Säbelzahnkatzen, Die Dolchzahnkatze Megantereon, Die Dolchzahnkatze Smilodon, Die Säbelzahnkatze Homotherium, Die Säbelzahnkatze Machairodus, Der Europäische Jaguar, Eiszeitliche Geparde in Deutschland, Eiszeitliche Leoparden in Deutschland, Eiszeitliche Raubkatzen in Deutschland, Der Amerikanische Höhlenlöwe, Der Ostsibirische Höhlenlöwe, Der Höhlenbär, Johann Jakob Kaup. Der große Naturforscher aus Darmstadt
Archäologie: Deutschland in der Steinzeit, Rekorde der Urmenschen, Deutschland in der Bronzezeit, Deutschland in der Frühbronzezeit, Die Bronzezeit, Die Aunjetitzer Kultur in Deutschland, Die Straubinger Kultur in Deutschland, Die Singener Gruppe, Die Arbon-Kultur in Deutschland, Die Ries-Gruppe und die Neckar-Gruppe, Die Adlerberg-Kultur, Der Sögel-Wohlde-Kreis, Die nordische Bronzezeit in Deutschland, Deutschland in der Mittelbronzezeit, Die Hügelgräber-Kultur in Deutschland, Die ältere Bronzezeit in Nordrhein-Westfalen, Die Bronzezeit in der Lüneburger Heide, Die Stader Gruppe, Die Oldenburg-emsländische Gruppe, Deutschland in der Spätbronzezeit, Die Urnenfelder-Kultur in Deutschland, Die Unstrut-Gruppe, Die Helmsdorfer Gruppe, Die Saalemündungs-Gruppe, Die Lausitzer Kultur in Deutschland, Österreich in der Frühbronzezeit, Die Aunjetitzer Kultur in Österreich, Die Straubinger Kultur in Österreich, Die Unterwölblinger Gruppe, Die Litzenkeramik oder Draßburger Kultur, Österreich in der Mittelbronzezeit, Österreich in der Spätbronzezeit, Die Urnenfelder-Kultur in Österreich, Die Schweiz in der Frühbronzezeit, Die Rhone-Kultur, Die Arbon-Kultur in der Westschweiz, Die Schweiz in der Mittelbronzezeit, Die Schweiz in der Spätbronzezeit, Das Moustérien. Die große Zeit de
Ernst Probst
Ernst Probst - Autor
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Ernst Probst - Autor 6. Dezember 2011, 09:31:52 von PRGateway
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