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Politik

Neue Osnabrücker Zeitung / Neue OZ: Kommentar zu Emanzipation

Neue OZ: Kommentar zu Emanzipation


Osnabrück (ots) - Aufschauen war gestern

Wahlrecht, Empfängnisverhütung, Einbruch in Männerberufe: Die
vergangenen hundert Jahre haben die Emanzipation in Deutschland große
Schritte nach vorne gebracht. Aber eines ist seit der Steinzeit
unverändert: Viele Frauen wollen zu ihren Partnern aufschauen können.
Weniger als zehn Prozent haben einen höheren Bildungsabschluss als
ihr Mann. Glaubt man den Statistikern, ist in dieser Gruppe die
Scheidungsrate auch noch besonders hoch.

Trotz aller gesellschaftlichen Veränderungen und Möglichkeiten
scheint es immer noch die absolute Ausnahme, dass sich eine Ärztin
einen Krankenpfleger zum Gatten nimmt. Dass die Zahl der Paare mit
einem gebildeteren weiblichen Part steigt, dürfte nach Tausenden
Jahren der puren Not geschuldet sein. Der ständig wachsenden Zahl gut
ausgebildeter Frauen fehlt einfach das Angebot gleichwertiger
Partner. Viele Akademikerinnen müssen sich deshalb mit weniger
qualifizierten Männern begnügen - oder allein bleiben. Diese
Entwicklung wird sich in den nächsten Jahren weiter verschärfen: In
den Hörsälen sitzen seit Kurzem mehr Frauen als Männer. Wenn es nicht
zum Normalfall werden soll, dass Ärztinnen, Anwältinnen und Co. oft
allein durchs Leben gehen, müssen sie die Kriterien ihrer Partnerwahl
ändern - Aufschauen war gestern.

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6. September 2010
#137419
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Politik

Neue Osnabrücker Zeitung / Neue OZ: Kommentar zu China / Auto

Neue OZ: Kommentar zu China / Auto


Osnabrück (ots) - Gelenkter Vorwärtsdrang

Was auf China in Form von Autos zurollt, ist ein beispielloses
Zeugnis von Wachstum, Dynamik und Wohlstand. Schenkt man der
Regierung in Peking Glauben, werden im Jahr 2020 circa 200 Millionen
Fahrzeuge in China zugelassen sein. Dies wäre in nur einem Jahrzehnt
mehr als eine Verdoppelung des aktuellen Pkw-Bestands.

Diese Prognose dürfte vor dem Hintergrund der heute schon hohen
Luftverschmutzung und Verkehrsdichte Umweltschützer und Stadtplaner
beunruhigen. Doch Chinas Führung verfährt durchaus umsichtig.
Kaufprämien für Autos, die den Sprit sparsam verbrennen oder per
Elektro- bzw. Hybridmotor angetrieben werden, fördern den Absatz
umweltfreundlicher Modelle. Das ist allemal sinnvoller, als mit einer
Politik des Zwangs die Zahl der Autos zu begrenzen und das Recht auf
Mobilität zu untergraben.

Der größte Automarkt der Welt bietet gerade deutschen Herstellern
glänzende Verkaufschancen. Längst machen Mercedes-Benz, BMW, Audi und
VW im Reich der Mitte ein erfolgreiches Geschäft - auch Opel hofft
neuerdings, von diesem Boom zu profitieren. So wie die deutsche
Automobilindustrie mit Qualität und Innovationskraft punkten will und
muss, ist Chinas Politik dazu angehalten, Verkehrsströme besser zu
lenken und Busse sowie Züge nicht links liegen zu lassen. Bei so viel
Vorwärtsdrang sollte China nicht im Stau enden.

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6. September 2010
#137421
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Politik

Neue Osnabrücker Zeitung / Neue OZ: Kommentar zu Migration / Gesellschaft

Neue OZ: Kommentar zu Migration / Gesellschaft


Osnabrück (ots) - Erst nachdenken

Das war zu erwarten: Nach der offiziellen Aufregung über Thilo
Sarrazin und dessen Thesen wechselt inzwischen der Akzent. Ein
breiter Chor verlangt Sanktionen gegenüber Ausländern, die sich nicht
anständig integrieren. Das ist auch legitim, sofern es gravierende
und schädliche Verstöße gibt und der Anlass nicht einfach in
kulturellen Eigenheiten besteht, die ebenso berechtigt wie
bereichernd sind.

Nur: Die Forderung nach mehr Härte gegenüber Migranten belegt,
woran Sarrazins Argumentation generell krankt. Dass nämlich das
Ausnutzen des Sozialstaats keineswegs ein Spezifikum von Menschen mit
ausländischen Wurzeln ist, dass auch Jugendgewalt und
Bildungsschwäche eher Fragen der sozialen Schicht als der Herkunft
sind. Entsprechend greift es zu kurz, diesen Strang der Debatte auf
die Integration zu verengen. Wer Hartz IV illegitim bezieht oder sich
nicht an die Regeln hält, sollte mit Sanktionen rechnen - ganz
gleich, ob er seinen deutschen Stammbaum über Jahrhunderte
zurückverfolgen kann oder nicht.

Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Wer es vermengt, kommt
zu kruden Schlüssen wie etwa jener Arzt in einer wohl kaum
überfremdeten osthessischen Kleinstadt, der in seiner Praxis ein
Kopftuchverbot für angezeigt hielt und keine Großfamilien mehr sehen
will. Er ist ein Beispiel dafür, wie schnell berechtigte Fragen
gefährliche Folgen haben, wenn Fremdenfeindlichkeit das logische
Denken trübt.

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6. September 2010
#137416
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Kunst und Kultur

Neue Osnabrücker Zeitung / Neue OZ: Kommentar zu Picasso-Museum

Neue OZ: Kommentar zu Picasso-Museum


Osnabrück (ots) - Qualität in der vermeintlichen Nische

Grafikserien, Malerbücher, Drucktechniken: Das Picasso-Museum
bezieht Charme und Energie aus jenen Bereichen der Kunst, die in
anderen Häusern in kleinen Räumen versteckt oder gleich ganz im Depot
abgelegt werden. Die Münsteraner beweisen, dass es nicht immer
plakative Großformate sein müssen, die das Publikum begeistern. Die
gedruckte Kunst taugt zu mehr als zum Pläsier der Spezialisten. Sie
fasziniert viele Museumsgänger - wenn mit ihr auch spannende
Geschichten erzählt werden.

Auf luftig-leichte Weise vermittelt uns dieses Museum damit eine
wichtige Kulturbotschaft: Es gibt keine Minderheitenthemen. Sie
werden nur zu genau solchen gemacht: durch Ignoranz, lieblose
Präsentation, Vorurteile. In Münster vertiefen sich Museumsgänger in
verzwickte grafische Techniken, lassen sich fesseln von feinsten
Nuancen der Zustandsdrucke. Kein Wunder. Das Haus erzählt große Kunst
im kleinen, aber feinen Rahmen. Mitten im Hype um Blockbuster und
Museumserweiterungen demonstriert das Picasso-Museum, wie aus dem
kleinen Segment ein Qualitätsmerkmal erwachsen kann. Darin liegt eine
besondere kuratorische Leistung - und eine kulturpolitische Lehre.

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6. September 2010
#137420
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Polizei

Kreispolizeibehörde Viersen / POL-VIE: Dritter Tag der Suche nach Mirco ...

POL-VIE: Dritter Tag der Suche nach Mirco - Polizei hofft auf Hinweise zu
verdächtigem Pkw


47929 (ots) - Durchsuchungsaktionen werden morgen ausgeweitet

Auch der dritte Tag der umfangreiche Suche nach dem 10-jährigen
Mirco aus Grefrath führte bis in die Abendstunden zu keinen neuen
Ergebnissen. Die 45-köpfige Sonderkommission ermittelt fieberhaft
weiter. Sie setzt große Hoffnungen auf Hinweise die zu
weiterführenden Angaben zum verdächtigen dunklen Pkw führen. Der
Wagen war am Freitagabend in der Zeit zwischen 21:20 und 22:00 Uhr
unabhängig voneinander von zwei verschiedenen Zeugen am Fundort des
Fahrrades in Grefrath im Feld an der Mülhausener Straße am Feldrand
parkend beobachtet worden.


Auch heute suchten über 300 Polizeibeamte Wiesen, Felder und
Waldgebiete rund um Grefrath ab. Bis jetzt ohne durchschlagenden
Erfolg. Die Suche war heute besonders in den Bereich
Wachtendonk-Vorst ausgedehnt worden, da dort Spürhunde die Spur von
Mirco verloren hatten.

Morgen soll die Suche weiter ausgedehnt werden. Es ist geplant,
mit rund 1000 Beamten einen weiter gezogenen Kreis zu durchsuchen.
Die Maßnahmen werden dabei auch das südliche Kreisgebiet Kleve
betreffen.

Hinweise an die Kommission bei der Polizei in Viersen unter
02162-3770.


Originaltext: Kreispolizeibehörde Viersen
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Kreispolizeibehörde Viersen
- Leitstelle -
Lindenstraße 50, 41747 Viersen
Tel.: 02162 / 377-1150
Fax: 02162 / 377-1155
Zentrale: 02162 / 377-0



6. September 2010
#137415
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