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POL-SO: Treffpunkte junger Mitbürger im Visier der Polizei
Lippstadt/Geseke/Erwitte/Anröchte (ots) - Jugendliche und junge
Erwachsene benötigen Treffpunkte im Freien als "Kommunikationsforum".
Sie wollen unter sich sein um sich ungestört und unbeobachtet
treffen und miteinander umgehen können. Dabei kommt es vielfach zu
Ruhestörungen, Vandalismus, Sachbeschädigungen, Alkoholexsessen,
Vermüllung der Plätze und gelegentlich auch zu anderen sogenannten
Zechanschlussdelikten.
In der Stadt Lippstadt liegen derartige Brennpunkte im Bereich
Bahnhof und dessen Umfeld, im Wohnpark Süd einschließlich
Volkshochschule, den Schulgeländen der Drost-Rose-Schule,
Pappelalleeschule, Pestalozzi-Schule, Kopernikusschule sowie der
Lippe-Schule, in den Parkanlagen Postpark, Grüner Winkel und
Theodor-Heuß-Park und dem Parkplatz am Vikoriagelände, um nur die
wichtigsten zu nennen. Ein Schwerpunkt hatte sich in den letzten
Monaten an der Pappelalleeschule und erneut an der Drost-Rose-Schule
entwickelt. Ganzjährig werden solche Treffpunkte und
Beschwerdestellen im Wachbereich Lippstadt erfasst, analysiert,
bewertet und zielgerichtet in Kooperation mit unterschiedlichen
Behörden bearbeitet. Ruhestörungen und Vermüllung der Umgebung finden
oftmals ihren Ursprung an diesen Treffpunkten.
12 Beamte waren am letzten Wochenende eingesetzt, um diese
Treffpunkte zielgerichtet in Lippstadt, Erwitte, Anröchte und Geseke
zu überprüfen. Der Leiter der Lippstädter Polizeiwache, Georg Knoop,
zieht dazu nachfolgende Bilanz:
"Insgesamt wurden an den Treffpunkten etwa 190 Personen der
Zielgruppe angetroffen. Neben zahlreichen Konfliktgesprächen wurden
30 Platzverweise auf Schulhöfen erteilt. Daneben wurden im Umfeld
dieser Treffpunkte im Rahmen von Alkoholstandkontrollen rund 350
Fahrzeuge angehalten und überprüft. Bei 18 Personen wurde ein
Alkohol-Vortest durchgeführt, in einem Fall hatte der Fahrzeugführer
die zulässige Promille-Grenze überschritten."
Der Schwerpunkt des Einsatzes lag darin, mit den Jugendlichen/jungen
Erwachsenen ins Gespräch zu kommen, Verständnis zu wecken und darüber
auch Verhaltensänderungen zu erreichen. Die jungen Leute waren
ausgesprochen umgänglich und offen. Weisungen zum Aufräumen der
Plätze wurden umgehend befolgt. Rückzugsräume der jungen Leute sind
oftmals bestimmte Schulhöfe, die eine besondere Anziehungskraft
haben. Sinnvoll ist es, durch Absperrungen sicherzustellen, dass
Schulhöfe nicht mit PKW befahren werden können. Dieses ist derzeit
sehr unterschiedlich geregelt.
Gleichzeitig zum Einsatzablauf gingen mehrere Anrufe über
Ruhestörungen an den Treffpunkten bei der Polizei ein, die direkt im
Gespräch mit abgearbeitet werden konnten. Die jungen Leute sind sich
teilweise gar nicht bewusst, dass sie Anwohner nerven. Wer allerdings
hingeht und glaubt, sie ausschimpfen zu können, bekommt oft über
lange Zeiträume die Quittung. Da sitzen die jungen Leute schon am
"längeren Hebel"!
Der Aufenthalt zu bestimmten Zeiten und das Verbot des Alkoholkonsums
auf den Schulhöfen soll mit der Stadtsatzung in Lippstadt noch in
diesem Jahr neu geregelt werden. Georg Knoop: "Damit werden sich neue
Handlungsmöglichkeiten für die Stadtwacht und auch die Mobile
Jugendhilfe ergeben, hier präventiv tätig zu werden. Dieses ist eine
Daueraufgabe, die nicht vernachlässigt werden darf und ständig den
neuen Verhältnissen angepasst werden muss, damit sich nicht besondere
negative Schwerpunkte entwickeln, die dann nur noch schwer
beeinflusst werden können." Das in Lippstadt seit Jahren verzahnte
und abgestimmtes Vorgehen und Zusammenwirken mit Ordnungsamt,
Stadtwacht, Jugendamt, Mobile Jugendhilfe, Grünflächenamt,
Schulverwaltungsamt, Bundespolizei und 3-S-Zentrale der Deutschen
Bundesbahn hat sich hier besonders bewährt. Gerade im Bereich des
Ordnungsrechts kann die Polizei diese gesellschaftlich Phänomene
allein nicht bearbeiten. Es gehört auch vom Aufgabenbereich nicht in
erster Linie in den Bereich der Polizei, sondern in die originäre
Zuständigkeit der mitbeteiligten Kooperationspartner. Wachleiter
Knoop: "Auf diese Zusammenarbeit können wir hier in Lippstadt stolz
sein - es klappt ausgezeichnet. Treffpunkte kann man allerdings nicht
einfach auflösen oder den Betroffenen Platzverweise erteilen. Die
negativen Auswirkungen in halbwegs geordnete Bahnen lenken und die
Probleme wiederkehrend und dauerhaft ständig und gemeinsam
bearbeiten, nur so "wird ein Schuh draus"! (ws)
Originaltext: Kreispolizeibehörde Soest
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Winfried Schnieders (ws)
Wolfgang Lückenkemper (lü)
2. September 2010
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