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Politik

Neue Westfälische (Bielefeld) / Neue Westfälische (Bielefeld): Streit um ...

Neue Westfälische (Bielefeld): Streit um Bahnprojekt "Stuttgart
21" Demokratischer Denkzettel NICOLE HILLE-PRIEBE


Bielefeld (ots) - Der Streit um das Bahnhofsprojekt "Stuttgart 21"
ist ein Paradebeispiel für die neue Qualität der Abgehobenheit, mit
der Politik und Bahnmanagement die Bedürfnisse und Wünsche der
Bevölkerung ignorieren. Während tausende Demonstranten mit Stöcken
auf den Bauzaun hämmern, schafft man mit der Baggerschaufel Fakten.
Auch die größte öffentliche Empörung hielt die Macher bislang nicht
davon ab, ihre größenwahnsinnigen Umbaupläne für den Stuttgarter
Bahnhof wenigstens noch einmal zu überdenken. Zu Recht fragen sich
viele Bürger, was das eigentlich noch mit Demokratie zu tun hat. Das
milliardenschwere Projekt wird Schwarz-Gelb bei der Landtagswahl in
einem halben Jahr teuer zu stehen kommen: Wenn bereits am kommenden
Sonntag gewählt würde, hätte Rot-Grün mit 48 Prozent die Nase vorn.
Aus der Nummer wieder rauszukommen, wird schwer. Denn die Bürger
werden nicht so schnell vergessen, wie man mit ihren Einwänden und
Protesten umgegangen ist. Sie werden den Ignoranten einen Denkzettel
verpassen und jene Parteien wählen, die sich für die Menschen
einsetzen und nicht für die Manager.

Originaltext: Neue Westfälische (Bielefeld)
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1. September 2010
#134786
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Politik

Westdeutsche Allgemeine Zeitung / WAZ: Sarrazin, die SPD, die Bundesbank ...

WAZ: Sarrazin, die SPD, die Bundesbank - Worüber man reden kann und worüber
nicht - Leitartikel von Ulrich Reitz


Essen (ots) - Den vielen Sozialdemokraten, die jetzt gegen einen
Rauswurf von Thilo Sarrazin aus der SPD protestieren, muss man sagen:
Sorry, aber darüber, was er im Kern gesagt und geschrieben hat, kann
man nicht diskutieren. Nicht, ohne sich in irgendeiner Weise
mitschuldig zu machen. Wollen wir wirklich eine Debatte führen über
biologisch-kulturelle Festlegungen als Ursachen fehlender oder
mangelnder Integration von Migranten? Das wäre ein zivilisatorischer
Rückschritt: Wir haben mit großer Anstrengung diese Art von
Denkverirrung überwunden; und Wolfgang Schäubles Hinweis auf die
Verheerungen, die sozialdarwinistische Theorien vor gar nicht so
langer Zeit stifteten, ist ja nur zu berechtigt. Ginge es nur um eine
scharfe Abrechnung mit einer falschen Integrationspolitik: Darüber
ließe sich streiten. Ginge es nur um die Frage, ob ein gut gemeinter
Sozialstaat, anstatt Teilhabe zu fördern, diese verhindert: Auch das
wäre eine ernsthafte Debatte wert. Aber darum geht es Sarrazin ja
nicht. Es geht ihm um viel mehr: Er will feststellen, dass
biologische, genetische, also unveränderbare Faktoren in Kombination
mit kulturell-historischen, gleichfalls unverrückbaren Prägungen
Menschen festlegen. Dieser biologisch-kulturelle Determinismus ist
anti-aufklärerisch, man darf ihn also nicht dulden. "Habe Mut, dich
deines eigenen Verstandes zu bedienen", hat Kant gesagt. Und dass
Aufklärung der Ausgang des Menschen aus selbst verschuldeter
Unmündigkeit sei. Kant will uns sagen: Wir haben die Kraft, unser
Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Sarrazin will uns sagen:
Genau das können wir uns sparen. Die SPD muss also Sarrazin
herauswerfen, genauso, wie ihn auch die CDU hinauswerfen müsste. Die
Bundesbank muss sich von Sarrazin trennen, weil er mit seinem
Verhalten deren Unabhängigkeit infrage stellt, also als
Vorstandsmitglied dieser wichtigen Institution Schaden zufügt.
Bundespräsident Wulff, Bundeskanzlerin Merkel, Bundesbankchef Weber
und SPD-Chef Gabriel müssen den vielen Menschen, die glauben,
Sarrazin habe ja recht, genau erklären, weshalb dies nicht der Fall
ist. Und dann muss einen tabulose Diskussion stattfinden über die
Leistungen und Versäumnisse der Integrationspolitik. Eine Debatte,
die übrigens längst hätte geführt werden müssen und um die sich alle
Parteien herumgemogelt haben. Dass ausgerechnet jemand wie Sarrazin
dieses Versäumnis durch seine krachenden Thesen auf die Tagesordnung
setzen konnte, haben sie sich selbst zuzuschreiben.

Originaltext: Westdeutsche Allgemeine Zeitung
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1. September 2010
#134784
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Westdeutsche Allgemeine Zeitung / WAZ: Sarrazin, die SPD, die Bundesbank ...

WAZ: Sarrazin, die SPD, die Bundesbank - Worüber man reden kann und worüber
nicht - Leitartikel von Ulrich Reitz


Essen (ots) - Den vielen Sozialdemokraten, die jetzt gegen einen
Rauswurf von Thilo Sarrazin aus der SPD protestieren, muss man sagen:
Sorry, aber darüber, was er im Kern gesagt und geschrieben hat, kann
man nicht diskutieren. Nicht, ohne sich in irgendeiner Weise
mitschuldig zu machen. Wollen wir wirklich eine Debatte führen über
biologisch-kulturelle Festlegungen als Ursachen fehlender oder
mangelnder Integration von Migranten? Das wäre ein zivilisatorischer
Rückschritt: Wir haben mit großer Anstrengung diese Art von
Denkverirrung überwunden; und Wolfgang Schäubles Hinweis auf die
Verheerungen, die sozialdarwinistische Theorien vor gar nicht so
langer Zeit stifteten, ist ja nur zu berechtigt. Ginge es nur um eine
scharfe Abrechnung mit einer falschen Integrationspolitik: Darüber
ließe sich streiten. Ginge es nur um die Frage, ob ein gut gemeinter
Sozialstaat, anstatt Teilhabe zu fördern, diese verhindert: Auch das
wäre eine ernsthafte Debatte wert. Aber darum geht es Sarrazin ja
nicht. Es geht ihm um viel mehr: Er will feststellen, dass
biologische, genetische, also unveränderbare Faktoren in Kombination
mit kulturell-historischen, gleichfalls unverrückbaren Prägungen
Menschen festlegen. Dieser biologisch-kulturelle Determinismus ist
anti-aufklärerisch, man darf ihn also nicht dulden. "Habe Mut, dich
deines eigenen Verstandes zu bedienen", hat Kant gesagt. Und dass
Aufklärung der Ausgang des Menschen aus selbst verschuldeter
Unmündigkeit sei. Kant will uns sagen: Wir haben die Kraft, unser
Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Sarrazin will uns sagen:
Genau das können wir uns sparen. Die SPD muss also Sarrazin
herauswerfen, genauso, wie ihn auch die CDU hinauswerfen müsste. Die
Bundesbank muss sich von Sarrazin trennen, weil er mit seinem
Verhalten deren Unabhängigkeit infrage stellt, also als
Vorstandsmitglied dieser wichtigen Institution Schaden zufügt.
Bundespräsident Wulff, Bundeskanzlerin Merkel, Bundesbankchef Weber
und SPD-Chef Gabriel müssen den vielen Menschen, die glauben,
Sarrazin habe ja recht, genau erklären, weshalb dies nicht der Fall
ist. Und dann muss einen tabulose Diskussion stattfinden über die
Leistungen und Versäumnisse der Integrationspolitik. Eine Debatte,
die übrigens längst hätte geführt werden müssen und um die sich alle
Parteien herumgemogelt haben. Dass ausgerechnet jemand wie Sarrazin
dieses Versäumnis durch seine krachenden Thesen auf die Tagesordnung
setzen konnte, haben sie sich selbst zuzuschreiben.

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1. September 2010
#134785
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Medizin und Gesundheit

Laboratoires Thea / Laboratoires Théa erwirbt Mydriasert(R), ein ...

Laboratoires Théa erwirbt Mydriasert(R), ein ophthalmologisches Insert von Carl
Zeiss Meditec


CLERMONT- FERRAND, Frankreich, September 1, 2010 (ots/PRNewswire) -
Laboratoires Théa, das führende, unabhängige ophthalmologische
Unternehmen in Europa, vervollständigt sein innovatives
Produktsortiment durch den Erwerb von Mydriasert(R). Mydriasert(R),
die Nummer 1 der mydriatischen Inserts, wird angewendet bei der
Fundusuntersuchung oder Kataraktchirurgie, dem häufigsten
chirurgischen Eingriff. Bezüglich der Kataraktchirurgie werden in
Deutschland etwa 680 Eingriffe und in Europa etwa 3 Mio Eingriffe
jährlich durchgeführt.

"Der Erwerb stellt eine wesentliche Erweiterung unseres
Produktsortimentes dar und passt exakt in unsere Strategie, ein
führender Hersteller ophthalmologischer Produkte zu werden. Unser
Ziel ist es, die Bedürfnisse des Ophthalmologen in allen
therapeutischen Klassen zu treffen, um zu seinem Partner in der
täglichen Praxis zu werden, insbesondere auch in der Augenchirurgie",
sagte Jean F. Chibret, COO der Laboratoires Théa. Der Vertrag mit
Carl Zeiss Meditec schliesst auch die Produktionsstätte von
Mydriasert(R) in La Rochelle und die Übernahme der Belegschaft mit
ein. Mydriasert(R) ist zur Zeit schon in 5 europäischen Ländern am
Markt. Dieser Vertrag ermöglicht es Carl Zeiss Meditec, sich auf
seine Kerngeschäfte zu konzentrieren. Laboratoires Théa wird
Mydriasert(R) durch seine Niederlassungen und Distributeure
europaweit vermarkten.

Mydriasert(R) bietet eine einzigartige Alternative zu den
üblicherweise verwendeten mydriatischen Augentropfen.

Mydriasert(R) erlaubt durch eine einzige Anwendung eine wirksame
und stabile Mydriasis und vermeidet dadurch wiederholte Applikationen
unterschiedlicher Mydriatika für chirurgische Eingriffe und
diagnostische Zwecke.

Im Vergleich zu traditionellen Mydriatika reduziert Mydriasert(R)
die Zahl der Applikationen durch OP-Schwestern und den damit
verbundenen Zeitaufwand, minimiert mögliche Medikationsfehler und
gibt dem OP-Personal mehr Zeit für andere Aufgaben. Das Insert
enthält weder Konservierungs- noch Lösungsmittel.

Dieses wie eine Oblong-Tablette geformte Insert wird in den
unteren Bindehautsack eingelegt und setzt Phenylephrin und Tropicamid
frei, deren Wirkungsmechanismen synergistisch sind. Das
Alpha-Sympathomimetikum Phenylephrin führt zu einer Erweiterung des
Pupillendurchmessers, während der Anticholinergikum Tropicamid eine
Iriskontraktion verhindert.

Auf dem Weg zu neuen Technologien

Der Erwerb dieser französischen Technologie eröffnet Théa neue
Forschungs- und Entwicklungsmöglichkeiten. Das System besteht aus
einer sterilen, gewebeverträglichen, porösen Matrix, die die
Inhaltsstoffe kontinuierlich in den unteren Bindehautsack freisetzt.
Besonders bei Patienten, bei denen die Gefahr einer Überdosierung
besteht, ermöglicht Mydriasert(R) eine kontrollierte Therapie.

Laboratoires Théa

Laboratoires Théa ist das führende, unabhängige ophthalmologische
Unternehmen in Europa. Gegründet 1994, wurde die Firma als
Familienunternehmen auf der mehr als 150jährigen Erfahrung der
Familie Chibret in der Augenheilkunde aufgebaut.

Heute steht Laboratoires Théa in Frankreich an 3. Stelle, in
Europa an 6. Stelle und weltweit an 7. Stelle in der Augenheilkunde.

Das Unternehmen ist in 65 Ländern aktiv, hat 11
Tochtergesellschaften in Europa und erzielte 2009 einen Umsatz von
171 Mio EURO.[1]

References
---------------------------------
[1] http://www.laboratoires-thea.com/

Originaltext: Laboratoires Thea
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CONTACT: Media contact: Burson-Marsteller France, Linda.pavy@bm.com,
Tel.+33-1-41-86-76-26 - Cell: +33-6-07-59-43-95



1. September 2010
#134781
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Vermischtes

Westdeutsche Allgemeine Zeitung / WAZ: Wettbewerb um den Nachwuchs - ...

WAZ: Wettbewerb um den Nachwuchs - Kommentar von Stefan Schulte


Essen (ots) - Nein, die Tierarzthelferin, die dem Herrn Doktor das
Auto wäscht, und der Kfz-Azubi, der dem Chef die Garage streicht,
sind nicht der Normalfall, sondern die Ausnahme. Trotzdem treffen
diese beiden Räuberpistolen die am weitesten verbreitete Unsitte
deutscher Lehrmeister auf den Punkt: Viel zu oft, viel zu lang und
viel zu kurzsichtig werden Azubis als billige Arbeitskräfte
missbraucht. Im besten Fall aus akuter Personalnot, im schlimmsten
Fall aus Kalkül. Auch das ist nicht die Regel, die meisten Betriebe
lernen ihre Azubis im eigenen Interesse gezielt an. Doch unbezahlte
Überstunden und Extraschichten sind gerade in der Gastronomie weit
verbreitet. Die gute Nachricht: Das werden sich die Chefs nicht mehr
lange leisten können. Weil immer weniger Schulabgänger auf
voraussichtlich konstant viele Ausbildungsplätze kommen, wird es
einen Wettbewerb um den Nachwuchs geben. Vor allem, wenn - wie
vielfach beklagt - nicht jeder Jugendliche reif ist für eine
Ausbildung. Wer einen guten Azubi will, wird ihm etwas bieten müssen.
Dass viele Gastronomen schon heute keine Kochlehrlinge mehr finden,
hat seine Gründe.

Originaltext: Westdeutsche Allgemeine Zeitung
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1. September 2010
#134783
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